# Putzplan in der WG: Vier Modelle im Vergleich – und welches wirklich fair ist

> Der Putzplan ist der häufigste Streitpunkt in Wohngemeinschaften. Wir vergleichen feste Bereiche, Rotation, Punkte und „wer Zeit hat“ – mit Vor- und Nachteilen.

Kategorie: WG-Alltag · Von Malte · Veröffentlicht am 2026-10-05 · Quelle: https://alltagsplan.de/ratgeber/putzplan-wg-fair-verteilen

Fast jede WG hat irgendwann diesen Moment: Das Bad sieht seit zwei Wochen gleich aus, im Spülbecken stapelt sich Geschirr, und jeder ist überzeugt, zuletzt etwas gemacht zu haben. Ein Putzplan schafft Klarheit – vorausgesetzt, er passt zu eurer WG. Hier sind die vier gängigsten Modelle.

## Modell 1: Feste Bereiche

Jede Person ist dauerhaft für einen Bereich zuständig: Lisa fürs Bad, Jonas für die Küche, Aylin für Flur und Müll.

**Vorteile:** Einfach, keine Übergaben, jeder kennt „seinen“ Bereich gut.
**Nachteile:** Die Bereiche sind fast nie gleich viel Arbeit. Wer das Bad hat, putzt mehr als die Person mit dem Flur – und der Frust wächst leise.

**Passt für:** kleine WGs mit ähnlichen Ansprüchen, in denen sich alle schnell einig sind.

## Modell 2: Rotation

Die Aufgaben wechseln jede Woche reihum. Diese Woche Bad, nächste Woche Küche, dann Flur.

**Vorteile:** Über die Zeit macht jeder alles gleich oft. Niemand bleibt dauerhaft auf der unbeliebten Aufgabe sitzen.
**Nachteile:** Wer im Urlaub ist oder krank wird, bringt die Reihenfolge durcheinander. Ohne klare Regel für Abwesenheiten entsteht schnell Streit darüber, wer „eigentlich dran“ war.

**Passt für:** die meisten WGs – wenn Abwesenheiten sauber geregelt sind.

## Modell 3: Punkte

Jede Aufgabe bekommt Punkte nach Aufwand: Bad putzen 3 Punkte, Müll rausbringen 1 Punkt. Wer etwas erledigt, sammelt die Punkte. Dran ist jeweils, wer gerade am wenigsten hat.

**Vorteile:** Sehr fair, auch wenn Aufgaben unterschiedlich aufwendig sind oder jemand mal eine Woche weg ist. Wer mehr macht, sieht es schwarz auf weiß.
**Nachteile:** Braucht ein System, das mitzählt. Auf Papier wird das schnell unübersichtlich.

**Passt für:** größere WGs und solche, in denen „gefühlte Fairness“ schon einmal Thema war.

## Modell 4: Wer Zeit hat

Es gibt eine Liste der Aufgaben, aber keine Zuständigkeiten. Wer Zeit hat, erledigt etwas.

**Vorteile:** Flexibel und unkompliziert.
**Nachteile:** Funktioniert nur, solange alle gleich ticken. In der Praxis machen meist dieselben ein bis zwei Leute fast alles.

**Passt für:** einzelne kleine Aufgaben (zum Beispiel Pflanzen gießen) – aber selten als ganzes System.

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## Fünf Regeln, die jeden Putzplan besser machen

1. **Aufgaben konkret beschreiben.** „Bad putzen“ heißt für jeden etwas anderes. Schreibt dazu, was gemeint ist: Waschbecken, Toilette, Dusche, Boden, Spiegel.
2. **Abwesenheiten vorher eintragen.** Wer weg ist, wird übersprungen, und die nächste Person übernimmt. Das muss vorher feststehen, nicht im Nachhinein ausgehandelt werden.
3. **Erledigtes sichtbar abhaken.** Dann ist klar, was gemacht ist – und die Diskussion „Ich hab doch letzte Woche …“ erübrigt sich.
4. **Tauschen erlauben.** Wer diese Woche keine Zeit hat, tauscht mit jemandem. Wichtig ist nur, dass der Tausch für alle sichtbar ist.
5. **Nach einem Monat nachjustieren.** Kein Plan ist beim ersten Versuch perfekt. Setzt euch nach vier Wochen kurz zusammen und ändert, was nicht funktioniert.

## Und die Mülltonne?

Für die Tonne gilt ein eigener Rhythmus, nämlich der Abfuhrkalender. Viele Entsorger bieten ihre Abholtermine als Kalender-Abo an. Wer daraus eine Aufgabe „Tonne raus“ für den Vorabend macht, die reihum geht, vergisst die Abholung deutlich seltener.

## Fazit

Den einen perfekten Putzplan gibt es nicht. Für die meisten WGs ist eine Rotation mit klarer Abwesenheitsregel der beste Start. Wer merkt, dass Aufgaben sehr unterschiedlich aufwendig sind, wechselt zu Punkten. Entscheidend ist in jedem Fall: Aufgaben konkret beschreiben, Erledigtes sichtbar machen und regelmäßig nachjustieren.

In Alltagsplan könnt ihr Aufgaben reihum oder fair nach Punkten verteilen; wer laut Kalender abwesend ist, wird automatisch übersprungen, und aus dem Abfuhrkalender wird die „Tonne raus“-Aufgabe.
