Geld ist in WGs selten ein großes Thema – bis es eins wird. Meistens nicht wegen großer Summen, sondern wegen vieler kleiner: Wer hat das letzte Mal Spülmittel gekauft? Wurde das Internet schon geteilt? Und wer schuldet eigentlich wem wie viel? Mit einem klaren System bleibt das entspannt.
Welche Kosten sind „gemeinsam“?
Bevor ihr ein Modell wählt, klärt, was überhaupt geteilt wird. Typisch sind:
- Verbrauchsartikel: Klopapier, Spül- und Putzmittel, Müllbeutel, Glühbirnen
- Fixkosten: Internet, Strom, gegebenenfalls Gas
- Rundfunkbeitrag: Er wird pro Wohnung erhoben, nicht pro Person – derzeit 18,36 Euro im Monat. Eine Person meldet die Wohnung an, die Kosten teilt ihr.
- Gemeinsame Anschaffungen: Staubsauger, Wasserkocher, Duschvorhang
Lebensmittel sind der Punkt, an dem sich WGs am meisten unterscheiden. Manche kaufen alles gemeinsam, andere komplett getrennt, viele teilen nur Grundsachen wie Salz, Öl und Kaffee. Alles ist in Ordnung, solange es abgesprochen ist.
Modell 1: Die Haushaltskasse
Alle zahlen monatlich einen festen Betrag in eine gemeinsame Kasse oder auf ein Gemeinschaftskonto. Gemeinsame Einkäufe werden daraus bezahlt.
Vorteile: Kein Nachrechnen, keine offenen Beträge zwischen Einzelnen. Nachteile: Jemand muss die Kasse verwalten. Wer mehr verbraucht, zahlt nicht mehr. Bei Ein- und Auszügen wird es kompliziert.
Modell 2: Jede Ausgabe wird geteilt
Wer etwas für alle kauft, trägt die Ausgabe ein. Sie wird gleichmäßig auf alle aufgeteilt – oder nur auf die, die davon profitieren. Am Ende sieht jede Person ihren Saldo: wie viel sie ausgelegt hat und wie viel sie schuldet.
Vorteile: Genau, flexibel und fair, auch wenn nicht immer alle beteiligt sind (zum Beispiel beim Pizza-Abend zu dritt). Nachteile: Jede Ausgabe muss erfasst werden. Mit Zettel und Taschenrechner wird das mühsam, mit einer App ist es eine Sache von Sekunden.
Modell 3: Fixkosten fest, Rest nach Bedarf
Eine Mischung aus beidem: Internet, Strom und Rundfunkbeitrag werden jeden Monat automatisch gleich geteilt. Alles andere wird erfasst, wenn es anfällt.
Vorteile: Die großen, regelmäßigen Beträge laufen nebenher, und nur die Einzelausgaben müssen eingetragen werden. Nachteile: Kaum welche – für die meisten WGs ist das der beste Kompromiss.
Ausgleich ohne Hin- und Herüberweisen
Wer jede Ausgabe einzeln zurücküberweist, kommt aus dem Überweisen nicht mehr heraus. Besser: Ihr gleicht in festen Abständen aus, zum Beispiel einmal im Monat. Dabei reicht es, die Salden zu verrechnen. In einer WG mit vier Personen sind dann meist nur zwei oder drei Überweisungen nötig, nicht ein Dutzend.
Tipp: Ein GiroCode (der QR-Code für Überweisungen, den viele Banking-Apps lesen können) erspart das Abtippen von IBAN und Betrag.
Was ihr bei Ein- und Auszug klären solltet
- Offene Salden: Vor dem Auszug wird ausgeglichen – auch die Kleinbeträge.
- Gemeinsame Anschaffungen: Wer bekommt den Staubsauger, und zahlt der Rest etwas zurück? Am einfachsten ist es, das schon beim Kauf zu vereinbaren.
- Fixkosten im Auszugsmonat: Anteilig nach Tagen oder voll für den ganzen Monat? Eine einmal festgelegte Regel erspart jedes Mal die Diskussion.
Hinweis: Fragen zu Miete, Kaution oder Mietvertrag hängen davon ab, wer Hauptmieter ist und was im Vertrag steht. Im Zweifel helfen Mietervereine weiter – das ersetzt dieser Artikel nicht.
Fazit
Für die meisten WGs funktioniert eine Mischung am besten: Fixkosten werden automatisch geteilt, Einzelausgaben kurz erfasst, und einmal im Monat wird mit möglichst wenigen Überweisungen ausgeglichen. Wichtig ist vor allem, dass alle jederzeit sehen können, wer wie viel ausgelegt hat.
In Alltagsplan tragt ihr Ausgaben in Sekunden ein, Fixkosten werden jeden Monat automatisch gebucht, und der Ausgleich zeigt die wenigsten nötigen Überweisungen – auf Wunsch mit GiroCode.